Freiwirtschaft & Grundeinkommen

Im Folgenden soll ein Überblick gegeben werden über die Hauptprobleme des aktuellen Finanz- und Wirtschaftssystems sowie deren Lösung in Form von Freiwirtschaft (Silvio Gesell: „Die Natürliche Wirtschaftsordnung“, 1916) und Grundeinkommen mit ihren ökonomischen, sozialen, ökologischen, kulturellen und individuellen Vorteilen.

 

Probleme des aktuellen Finanz- und Wirtschaftssystems

Geld

money

Geld ist eine Erfindung, welche den Austausch von Waren vermittelt. Es ist hierbei wesentlich effizienter als Tauschhandel und ermöglicht den hohen Grad der Arbeitsteilung, den wir in modernen Gesellschaften beobachten. Arbeitsteilung ist erwünscht, da durch sie eine effizientere Wirtschaft ermöglicht wird, mit der Folge quantitativ und qualitativ höherwertiger Produkte (Waren und Dienstleistungen) bei gleichem Arbeitsaufwand (mehr/besseres Essen, Gebäude, Infrastruktur, Gesundheitssystem, Bildungssystem,...), bzw. ein geringerer Arbeitsaufwand zur Erlangung desselben Ergebnisses (mehr Freizeit).

Besitzeinkommen

In unserer Gesellschaft mit Arbeitsteilung ist man gezwungen die Arbeitserzeugnisse (bzw. Waren) möglichst schnell für Geld zu verkaufen: Möglichst schnell da sich generell der Wert der Waren (=der Preis, den man für die Waren auf dem freien Markt erzielen kann) mit der Zeit verringert (Essen wird schlecht, Elektronik veraltet, Metall rostet, es entstehen Lagerkosten, …); Man muss sie für Geld verkaufen, da man für den Lebensunterhalt Waren kaufen muss, die man selbst nicht produziert. Für eine effiziente Wirtschaft ist zusätzlich Geld in Form von Krediten/Investitionen nötig.

Geldbesitzer, andererseits, sind nicht gezwungen, ihr Geld zu verleihen (investieren), solange ihre Grundbedürfnisse gedeckt sind (Geld hat vernachlässigbare Lagerkosten). Sie werden daher nur ihr Geld verleihen, wenn es ihnen mit Gewinn (Zinsen) zurückgezahlt wird. Diese Zinsen stellen ein Besitzeinkommen für die Geldbesitzer dar – sie erhalten das Einkommen nicht für von ihnen geleistete Arbeit, sondern wegen ihres Besitzes.

Umverteilung von Arm zu Reich

Dieses Besitzeinkommen führt zu einer Umverteilung des Wohlstands (Geldes) vom ärmeren (arbeitenden) Teil der Bevölkerung zum reicheren. Dieser Effekt wird offensichtlich, wenn man erkennt, dass der Profit (die Zinsen) für den Geldbesitzer nicht aus dem Nichts entsteht. Er wird durch die Kreditnehmer – den Arbeitenden von ihrem Arbeitserzeugnis bezahlt.

Beim Hausbau können sich die Gesamtkosten bei einer Kreditfinanzierung aufgrund der zu zahlenden Zinsen mehr als verdoppeln.

Aber auch wenn man nicht direkt verschuldet ist zahlt man trotzdem noch (indirekt) für das Besitzeinkommen der Besitzenden. Der Privatsektor ist hochverschuldet. Die Zinskosten werden dabei jedoch in die Endverbraucherpreise eingepreist und letztlich daher vom Verbraucher gezahlt.

Der durchschnittliche Anteil dieser Zinskosten an den Endverbraucherpreisen liegt bei ca. 30% und kann 60-70% bei Häusern und Wohnungen erreichen. Dies zeigt die Größenordnung der Umverteilung von den besitzlosen Arbeitenden zu den Besitzenden. Zusätzlich zahlt (fast) jeder über seine Steuern indirekt Zinsen für die durch Steuern finanzierten Staatsverschuldung.

Wachstumszwang

Die Gesamtwirtschaft muss kontinuierlich wachsen, damit die steigenden (Zinses)Zinskosten bezahlt werden können und die Mehrheit der Bevölkerung aufgrund der oben genannten Umverteilung nicht unter die Armutsgrenze fällt. Die Zinskosten für die Gesellschaft, den Staat und die Individuen steigt dabei exponentiell.

Zusätzlicher Wachstumszwang erwächst aus der Kopplung von Einkommen und Arbeit. Fortschritt der Arbeitsteilung und Technik führt zu einem reduzierten Arbeitsbedarf. Sollen nicht immer mehr Menschen arbeitslos und damit einkommenslos werden, muss die Wirtschaf wachsen.

exponentiel growth

Exponentielles Wirtschaftswachstum kann jedoch nicht für beliebig lange aufrecht erhalten werden. Das jetzige Geldsystem und Wirtschaftssystem ist daher nicht nachhaltig und führt unausweichlich zu wiederkehrenden Finanz- und Wirtschaftskrisen (und totalen Zusammenbrüchen), wie jene, in der sich die westliche Welt zur Zeit befindet.

Unterbezahlte Arbeit & schlechte Arbeitsbedingungen

Ein Hauptproblem des jetzigen Wirtschaftssystems ist, dass der Großteil der Bevölkerung gezwungen ist zur Finanzierung des Lebensunterhalts zu arbeiten. Arbeitgeber, hingegen, sind auf die Arbeitskraft einer bestimmen Person nicht angewiesen. Sie können entweder eine andere Person einstellen (große Anzahl arbeitsloser, arbeitssuchender Personen) oder auf eine Neueinstellung ganz zu verzichten (Effizienzsteigerung, Verlängerung der Arbeitszeiten der aktuellen Belegschaft, erhöhte maschinelle Automatisierung).

Dieses Machtungleichgewicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer führt dazu, dass es für den Arbeitgeber möglich ist, schlechte Arbeitsbedingungen und zu niedrige Löhne durchzusetzen.

 

Freigeld

Freigeld zielt darauf ab, das Besitzeinkommen mit den resultierenden Problemen zu beseitigen. Dies wird die Lebenshaltungskosten für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stark reduzieren und eine stabile und nachhaltige Wirtschaft ermöglichen.

Ein pauschales Zinsverbot kann nicht funktionieren. Ohne finanziellen Anreiz wird der Geldbesitzer nicht sein Geld verleihen und das auf das Kreditwesen angewiesene Wirtschaftssystem würde kollabieren.

Stattdessen wird eine Gebühr auf das Halten von Geld eingeführt, in Höhe von 10 % des Geldwertes jährlich. Wer Geld behält, nicht ausgibt oder verleih, muss diese Gebühr bezahlen.

Geld kann, wenn es das optimale Tauschmittel sein soll, nicht gleichzeitig Sparmittel sein. Es muss den Waren gleichgestellt sein und Lagerkosten (die Haltegebühr) besitzen. Nur so kann es ohne Zinsen gegen Waren getauscht werden.

Praktisch kann dies realisiert werden, indem jede Banknote nur für einen Monat gültig ist. Um die Gültigkeit um jeweils einen weiteren Monat zu verlängern, muss eine Marke mit 1 % des Wertes der Banknote gekauft und jeden Monat auf die Banknote geklebt werden (z.B.: 10 Cent Marke für 10 € Schein, 50 Cent Marke für 50 € Schein). Diese Marken (welche Briefmarken ähneln) fungieren gleichzeitig als Kleingeld und Münzersatz.

Mit weiterem Voranschreiten der Digitalisierung des Geldsystems (Girokonten, EC-Karten, NFC/bargeldloses Bezahlen) wird das Einziehen dieser Gebühr simpler. Sie wird kontinuierlich von den Bankkonten der Bevölkerung abgezogen.

Um die Menge des zirkulierenden Geldes und die durchschnittlichen Preise konstant zu halten, wird das als Gebühr eingezogene Geld vom Staat reemittiert. Die Gebühr stellt also als Nebeneffekt eine Einnahmequelle für den Staat dar.

Nur der Staat darf Geld schaffen oder vernichten (Vollreserve-System).

Der Geldbesitzer wird Möglichkeiten suchen, die genannte Gebühr zu umgehen. Die beiden wichtigsten Optionen, die er hat, sind, das Geld für den Konsum auszugeben oder es zu investieren bzw. zu verleihen. Der Konsum kann vernünftiger Weise nicht beliebig erhöht werden, so dass der Geldüberschuss investiert oder verliehen wird, um auf ihn bei Bedarf später zurückgreifen zu können. Der Geldbesitzer vermeidet beim Verleihen seines Geldes das Bezahlen der Gebühr und hat daher einen finanziellen Anreiz sein Geld zu verleihen, auch wenn dieses ohne Zinsen zurückgezahlt wird.

Bei einer Gebühr von 10-12% jährlich können die Zinsen (das Besitzeinkommen) auf 0 % oder niedriger fallen und die Umverteilung von Reich zu Arm kann gestoppt werden.

Auf den ersten Blick scheint das Sparen durch das Freigeld behindert zu werden. Tatsächlich wird es jedoch erleichtert. Es stimmt, dass durchschnittlich keine Zinsen mehr auf das gesparte Geld gezahlt werden (sondern null oder gar negative Zinsen). Die Lebenshaltungskosten für den Großteil der Bevölkerung werden jedoch aufgrund der fehlenden Zinskosten stark fallen. Der Sparer wird dadurch wesentlich mehr Geld monatlich sparen können, was sein vermindertes Einkommen durch die niedrigeren Zinsen mehr als ausgleicht.

Ein wichtiger Nebeneffekt des Freigelds ist eine günstigere und stabilere Lebensmittelversorgung. Heute werden Nahrungsmittel hauptsächlich zum unmittelbaren Verzehr gekauft. Auch bei einem monatlichen Einkommensüberschuss wird dieser normalerweise nicht in einen Nahrungsmittelvorrat investiert. Entweder wird das Geld behalten, um damit später etwas kaufen zu können (Liquidität) oder es wird gewinnbringend investiert.

Mit Freigeld wird die Anschaffung eines Nahrungsmittelvorrats jedoch eine praktikable Möglichkeit der 10% jährlichen Geldgebühr zu entkommen. Nahrungsmittel mit langer Haltbarkeit (Reis, Bohnen, Erbsen, Mehl, Pasta, Zucker, Konservendosen, Kartoffeln...) werden in größeren Mengen gekauft (und dadurch zu einem geringeren Preis) und zuhause gelagert. Dies ist wirtschaftlich, solange die Lagerkosten (Platzbedarf, Verderben eines Teils der Nahrungsmittel) unter 10% jährlich des Einkaufspreises ausmachen oder sich keine bessere Investitionsmöglichkeit ergibt.

Auch Menschen mit nur einem kleinen oder gar keinen Lebensmittelvorrat werden profitieren. Bei steigenden Lebensmittelpreisen (z.B. durch eine Missernte) wird verstärkt auf die privaten Lebensmittelvorräte zurückgegriffen. Hierdurch wird die Nachfrage nach Lebensmittel auf dem Markt reduziert und damit der Preissteigerung entgegengewirkt. Die privaten Lebensmittelvorräte fungieren also als dezentraler Puffer, der die Lebensmittelpreise stabilisiert.

 

Freiland

Freigeld drückt den Zins für Geld auf (durchschnittlich) null. Aber was passiert mit den Gewinnen aus Investitionen (Produktionsanlagen, Immobilien, etc.)? Gewinne können zeitweise bestehen. Langfristig werden diese Gewinne jedoch auch durchschnittlich null betragen. Wenn Zinsen für Kredite bei 0 % liegen, wird solange in neue Produktionsanlagen, Immobilien, etc. investiert bis das erhöhte Angebot an diesen dazu führt, dass der monetäre Gewinn für diese Investitionen ebenfalls auf null fällt.

Landbesitz stellt hierbei eine Ausnahme dar. Land ist von Natur aus begrenzt, besitzt keine Lagerkosten und es besteht ein universeller Bedarf. Dies führt dazu, dass Land Ziel finanzieller Investitionen und Spekulationen ist und mit Landbesitz Besitzeinkommen generiert werden kann. Der Landpreis ist dadurch hoch und steigend. Dieser Effekt würde durch die Gebühr auf Geld, wie sie die Freiwirtschaft vorsieht, noch erhöht werden.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und das Besitzeinkommen durch Landbesitz auf null (durchschnittlich) zu senken, wird Freiland eingeführt. Ähnlich der Gebühr für Geld wird eine Gebühr auf Land in Höhe von 10 % des Kaufpreises jährlich erhoben. Um die Bezahlung dieser Gebühr zu vermeiden, kann der Landbesitzer das Land selbst produktiv nutzen (und die Gebühr beim Verkauf der Produkte einpreisen), das Land verkaufen oder es verpachten. Durch die so künstlich geschaffenen „Lagerkosten“ kann nun Land äquivalent zum Freigeld zinsfrei gegen Waren getauscht werden. Spekulation wird ebenfalls gehemmt. Freiland führt zu einem konstant niedrigeren Preis auf Land und macht es so bezahlbar für die, die es tatsächlich brauchen.

 

Grundeinkommen

Grundeinkommen wird eingeführt, um zahlreiche Probleme zu mindern oder komplett zu lösen: unterbezahlten Arbeit und schlechte Arbeitsbedingungen, Bevölkerungsexplosion, Armutskriminalität. Gleichzeitig wird mehr Freiheit für unbezahlte Arbeiten oder nicht direkt auf Produktion und Konsum abzielende Arbeiten geschaffen: Erziehung und Pflege von Mitmenschen, Kunst, Wissenschaft (z.B. Archäologie), etc. Das Grundeinkommen wird jedem Bürger und Immigrant mit Aufenthaltstitel ausgezahlt und wird die Kosten für ein simples aber menschenwürdiges Leben decken: Nahrungsmittel, Unterkunft, Kranken- und Haftpflichtversicherung, Bildung, als auch die Landgebühren für eine durchschnittliche Unterkunft. Das Grundeinkommen für Minderjährige wird an die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten ausgezahlt.

Man kann nun nicht mehr finanziell gezwungen werden unbeliebte, unterbezahlte Arbeiten bei schlechten Arbeitsbedingungen zu verrichten.

Um zu verhindern, dass Menschen komplett aufhören zu arbeiten und dadurch die Wirtschaft kollabiert, wird das Grundeinkommen alle Grundbedürfnisse jedoch nicht alle finanziellen Bedürfnisse decken. Niemand muss mehr in Furcht leben, sich keine Unterkunft, keine Gesundheitsfürsorge oder nicht genug Essen leisten zu können. Will jemand jedoch ein größeres Haus, bessere Kleidung, das neuste Smartphone, einen großen Fernseher, in den Urlaub fliegen, so muss er dafür immer noch arbeiten, um das nötige Geld zu verdienen.

Auch scheint ein Leben ohne Arbeit zwar auf den ersten Blick sehr attraktiv zu sein. Längere Zeit der Arbeitslosigkeit (auch bei ausreichenden finanziellen Mitteln) wird jedoch in Realität meist als nicht erfüllend empfunden

 

Besteuerung und Finanzierung

Grundeinkommen und die anderen Staatsausgaben (Bildung, Infrastruktur, etc.) müssen finanziert werden.

Neben der 10 % (oder 12%)igen Gebühr auf Geld und Land, sollten folgende Steuern in Betracht gezogen werden:

Ressourcensteuer

Eine Ressourcensteuer ist aus folgend Gründen gerechtfertigt und sinnvoll: (a) Bodenschätze sind Gemeingüter, ermöglichen jedoch Individuen Renteneinnahmen (Besitzeinkommen) zu erzielen . Die Gemeinschaft sollte an diesen Renteneinnahmen beteiligt werden. (b) Bodenschätze sind endlich. Mit einer Ressourcensteuer kann die Abbaugeschwindigkeit reduziert, der Abbaupfad optimiert und höhere Generationengerechtigkeit erreicht werden. (c) Der Abbau von Bodenschätzen verursacht externe Kosten, welche durch eine Steuer so gut wie möglich erfasst werden sollten.

resource tax

Die Ressourcensteuer führt zu einer effizienteren Ressourcennutzung und mehr Nachhaltigkeit.

Zusätzlich kann sie, wenn sie relativ zur geförderten Menge und nicht relativ zum Preis erhoben wird, dämpfend auf Preisschwankungen wirken. Die Förderung als auch der Verbrauch von Bodenschätzen ist recht unflexibel. Beide können nicht leicht erhöht oder reduziert werden. Kommt es zu einem Ungleichgewicht beider, sind daher die Preisschwankungen stärker ausgeprägt als in anderen Märkten. Mit dem Markt-unabhängigen konstanten Ressourcensteueranteil fallen diese Fluktuationen relativ betrachtet geringer aus. Dies kann zu einer erhöhten Vorhersagbarkeit und dadurch zu einem wirtschaftlichen Vorteil für Bodenschätze fördernde und verbrauchende Firmen führen.

Finanztransaktionssteuer

Um Finanzspekulation zu mindern bzw./oder ganz zu verhindern und die Gemeinschaft an den Gewinnen des Finanzsektors zu beteiligen, wird eine Finanztransaktionssteuer eingeführt. Die Steuerhöhe liegt in der Größenordnung von 0,01-0,1% und wird automatisch bei jeder elektronischen Finanztransaktion erhoben.

Müllsteuer

Die Müllsteuer wird auf alle Endverbraucherprodukte erhoben. Ihre Höhe richtet sich nach der enthaltenen Menge von giftigen (umweltschädlichen) Substanzen. Firmen müssen weiterhin zusätzlich für die Entsorgung ihres Mülls bezahlen.

Anreize für Recycling und Kreislaufwirtschaft sind bereits durch die Ressourcensteuer gegeben.

Keine Mehrwertsteuer

Wie der Name schon besagt, beeinflussen Steuern, das Verhalten von Menschen. Wird etwas höher besteuert und damit teurer, wird die Verwendung minimiert und vermehrt Alternativen genutzt. Bei geringer Besteuerung und günstigerem Preis nimmt die Verwendung hingegen zu.

division of labor

Bereits oben wurde erwähnt, dass Arbeitsteilung in einer Gesellschaft erwünscht ist, da durch sie wesentlich effizienter gewirtschaftet werden kann. Man kann sich dies auch noch einmal an einem Beispiel verdeutlichen. Wie das Bild oben zeigt, müssen sehr viel weniger Menschen kochen (also arbeiten), wenn jemand für viele, statt jeder nur für sich kocht. Gleichzeitig ist die Qualität meist höher, denn wie viele können schon bei italienischen, thailändischen, indischen Gerichten mit dem jeweiligen spezialisierten Restaurant mithalten? Die Mehrwertsteuer bestraft jedoch genau dieses wünschenswerte Verhalten.

Die Mehrwertsteuer zusammen mit der Finanzierung des Sozialstaats durch Lohnabgaben führt zur Hemmung der Arbeitsteilung und reduzierter Produktivität.

Die Staatsausgaben inklusive des Grundeinkommens sollten daher hauptsächlich durch Ressourcen- und Landsteuer finanziert werden, ohne eine Mehrwertsteuer oder Lohnabgaben zu erheben. Ressourcen- und Landverbrauch werden reduziert. Das einfache und transparente Steuersystem führt zu einer Reduktion von legaler und illegaler Steuerflucht, wie sie bisher durch das heutige komplizierte Steuersystem mit zahlreichen Schlupflöchern ermöglicht wird. Eine stabile und nachhaltige Wirtschaft, bei der jeder weniger Arbeit muss, wird ermöglicht.

 

Vorteile

Das oben beschriebene System führt zu einer starken, stabilen, anpassungsfähigen, fairen und nachhaltigen Wirtschaft.

Niedrige Kapitalkosten (keine Zinsen) und niedrige Lohnkosten (Grundeinkommen durch Staat finanziert, keine Lohnnebenkosten) sowie das transparente und einfache Steuersystem wird zu einem starken Anstieg von Firmenneugründungen führen. Millionen nachhaltig Jobs können geschaffen werden.

Sog. Entwicklungsländer können unabhängig von Entwicklungshilfe werden.

Arbeiterrechte und Arbeitsbedingungen werden sich stark verbessern, da wegen des Grundeinkommens niemand mehr finanziell gezwungen werden kann, Arbeit bei schlechten Arbeitsbedingungen zu akzeptieren.

Die Nahrungsmittelversorgung ist günstig und stabil aufgrund der durch das Freigeld geförderten privaten Nahrungsmittelvorräte.

Armut, wie wir sie heute kennen wird es praktisch nicht mehr geben. Die Weltweite Bevölkerungsexplosion würde gestoppt. Dies führt zur Reduktion der Sterblichkeit und von Armutskriminalität. Der Lebensstandard wird steigen und der Wohlstand wird gleichmäßiger verteilt. Dies führt zu langwährender Stabilität und Frieden.

 

Herausforderungen & Fragen

Einige Herausforderungen und Fragen sollten noch adressiert werden.

Für die Implementierung des Grundeinkommens muss ein vollständiges Bevölkerungsregister geschaffen und gepflegt werden.

Betrug ist ein mögliches Problem. Falsche Identitäten könnten geschaffen werden, um zusätzliches Grundeinkommen beziehen zu können. Todesfälle von Verwandten könnten nicht oder verspätet gemeldet werden, um weiter deren Grundeinkommen beziehen zu können. Diese Art von Betrug muss ein gesellschaftliches Tabu sein und stark bestraft werden. Das Register muss kontinuierlich aktualisiert und regelmäßig gegen-kontrolliert werden. Ein Zensus könnte bei jeder Bundestagswahl durchgeführt werden. Der Aufwand und die Kosten für den Zensus würden hierbei durch Synergieeffekte reduziert werden. Das Register für Minderjährige könnte auch bei der Einschulung kontrolliert werden.

Ein weiteres Problem kann Korruption darstellen. Das System muss daher darauf ausgelegt sein, die Möglichkeiten für Korruption zu minimieren (möglichst Fälschungssicheres Register, Transparenz bei gleichzeitigem Datenschutz).

Das Grundeinkommen sollte lediglich die Grundbedürfnisse decken, damit weiter ein finanzieller Anreiz zum Arbeiten besteht. Mehrere Menschen können jedoch zusammen in einem Haushalt leben und würden weiterhin jeweils das gleiche Grundeinkommen beziehen. Durch die reduzierten Lebenserhaltungskosten pro Person würden dann aber mehr als nur die Grundbedürfnisse gedeckt werden. Würden sie trotzdem weiterarbeiten? Vielleicht nicht, weil ihr Einkommen für sie völlig ausreichend ist. Aber die meisten würden wahrscheinlich weiterarbeiten. Durch das Arbeitseinkommen könnten sie sich mehr (Luxus)-Ausgaben leisten. Auch wäre die Arbeit, die sie zur Wahl hätten eine Arbeit, die sie mögen und/oder gut bezahlt wird, statt einer unterbezahlten Arbeit, die sie nicht mögen, wie es im unterem Lohnsektor heute oft der Fall ist.

Für das Grundeinkommen wird zwar ein gewisses Maß an Bürokratie benötigt, jedoch wesentlich weniger als für das heutige Sozialsystem (z.B. in Deutschland).

Was sind die Auswirkungen auf Emigration und Immigration? Aufgrund des Grundeinkommens, der starken und stabilen Wirtschaft und der besseren Arbeitsbedingungen würde Emigration abnehmen. Aus den gleichen Gründen würde legale Immigration zunehmen. Bei illegaler Immigration müssen zwei Fälle betrachtet werden. (a) Der Immigrant hat keinen gefälschten Pass. In diesem Fall erhält er kein Grundeinkommen, sondern nur das Einkommen durch Arbeit, welches niedriger sein kann als in seinem Heimatland. Diese Art der Immigration wird daher erschwert. (b) Der Immigrant besitzt einen gefälschten Pass und schafft es im Bevölkerungsregister eingetragen zu werden und bekommt daher das Grundeinkommen. Diese Art von Immigration mag zunehmen. Sie fällt dann jedoch in den bereits genannten Fall des Betrugs und kann wie bereits erwähnt durch gründliche Kontrolle des Registers minimiert werden.

Stellt Kapitalflucht ein Problem dar? Menschen könnten versuchen die Bezahlung der Geldgebühr zu vermeiden, indem sie das Freigeld gegen eine andere Währung tauschen. Aber nur der Staat kann Geld drucken und vernichten. Das bedeutet, dass die Menge des Freigelds durch den Währungswechsel unberührt bleibt. Die Person, welche die fremde Währung verkauft hat, musste dafür Freigeld kaufen und muss nun die Geldgebühr bezahlen oder das Geld ausgeben bzw. investieren.

Was sind die Auswirkungen auf Export und Import? Der zu erwartende schwächere Wechselkurs für das Freigeld würde zu einer Abnahme der Importe und einer Erhöhung der Exporte führen.

Mitglieder des kleinen aber mächtigen Teils der (Welt-)Bevölkerung, die vom aktuellen Finanz- und Währungssystem profitieren, könnten versuchen die Einführung von Freiwirtschaft mit allen Mitteln zu verhindern (Wirtschaftssanktionen, Krieg, etc.). Das neue System wird ihnen die Möglichkeit nehmen, durch das Besitzeinkommen ohne Arbeit nur aufgrund ihres Besitzes mehr Besitz zu erlangen. Aber auch sie können vom neuen System profitieren. Ohne Armutskriminalität und mit der erhöhten Stabilität müssten sie nicht in dem Maße wie bisher Angst haben um ihren Besitz und ihr Leben. Auch profitieren sie von der generell verbesserten Wirtschaftslage, bessere Infrastruktur und einem besseren Gesundheitswesen.

 

Mehr Informationen

Freiwirtschaft:

http://en.wikipedia.org/wiki/Freiwirtschaft (und die verlinkten Referenzen)

http://www.inwo.de/ (Freiwirtschaft Verein)

http://www.youtube.com/watch?v=lS0fgaktHMs (6min Video, welches Freigeld erklärt)


Grundeinkommen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Basic_income


Finanztransaktionssteuer:

http://en.wikipedia.org/wiki/Financial_transaction_tax


Ressourcensteuer:

http://www.foes.de/pdf/2012-08-Diskussionspapier-Ressourcensteuern.pdf